
Brustschmerzen sind ein häufiges Symptom, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Obwohl sie oft mit Herzproblemen in Verbindung gebracht werden, können sie auch durch Erkrankungen der Lunge, der Speiseröhre, der Muskeln, der Knochen oder des Nervensystems verursacht werden. Es ist jedoch wichtig, Brustschmerzen ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen, da sie in einigen Fällen ein Anzeichen für eine lebensbedrohliche Herzerkrankung sein können.
Herzbedingte Ursachen von Brustschmerzen (Kardiale Ursachen): (Side Arzt)
Brustschmerzen, die durch Herzerkrankungen verursacht werden, haben oft bestimmte charakteristische Merkmale. Sie werden oft als Druck, Engegefühl, Brennen oder Stechen in der Brust beschrieben und können in den Arm (meist links), den Hals, den Kiefer, den Rücken oder den Oberbauch ausstrahlen. Begleitende Symptome können Atemnot, Übelkeit, Schwindel, kalter Schweiß oder Herzrasen sein.
Hier sind einige der wichtigsten Herzerkrankungen, die Brustschmerzen verursachen können:
Koronare Herzkrankheit (KHK) und Angina Pectoris: Die KHK ist die häufigste Ursache für herzbedingte Brustschmerzen. Sie entsteht durch Verengungen der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen. Bei körperlicher Anstrengung oder Stress kann es zu einer vorübergehenden Minderversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff kommen, was sich als Angina Pectoris äußert. Die typischen Symptome sind ein Engegefühl oder Druckgefühl in der Brust, das bei Ruhe oder Gabe von Nitroglycerin nachlässt.
Herzinfarkt (Myokardinfarkt): Ein Herzinfarkt tritt auf, wenn ein Herzkranzgefäß vollständig verschlossen wird und ein Teil des Herzmuskels abstirbt. Die Symptome sind ähnlich wie bei der Angina Pectoris, jedoch stärker und länger anhaltend (länger als 5 Minuten). Der Schmerz wird oft als vernichtend oder reißend beschrieben und kann in den linken Arm, den Kiefer, den Rücken oder den Oberbauch ausstrahlen. Begleitend können Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, kalter Schweiß, Angst und Ohnmacht auftreten. Ein Herzinfarkt ist ein Notfall und erfordert sofortige medizinische Hilfe (Notruf 112).
Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Eine Entzündung des Herzmuskels kann durch Viren, Bakterien oder andere Ursachen ausgelöst werden. Die Symptome können variieren, umfassen aber oft Brustschmerzen, Müdigkeit, Herzrasen und Atemnot.
Herzbeutelentzündung (Perikarditis): Eine Entzündung des Herzbeutels (Perikard) kann zu stechenden Brustschmerzen führen, die sich beim Atmen, Husten oder Liegen verschlimmern.
Herzklappenerkrankungen: Erkrankungen der Herzklappen können ebenfalls Brustschmerzen verursachen, insbesondere bei körperlicher Anstrengung.
Aortenaneurysma oder Aortendissektion: Eine Erweiterung (Aneurysma) oder ein Riss (Dissektion) der Hauptschlagader (Aorta) im Brustbereich kann zu sehr starken, reißenden Brustschmerzen führen, die in den Rücken ausstrahlen können. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall.

Nicht-herzbedingte Ursachen von Brustschmerzen (Nicht-kardiale Ursachen):
Brustschmerzen können auch durch eine Vielzahl von Erkrankungen außerhalb des Herzens verursacht werden, darunter:
Erkrankungen der Lunge: Lungenentzündung, Lungenembolie, Rippenfellentzündung (Pleuritis), Pneumothorax (Lungenkollaps).
Erkrankungen des Verdauungstrakts: Refluxösophagitis (Sodbrennen), Speiseröhrenkrämpfe, Magengeschwüre, Gallenblasenentzündung.
Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems: Muskelverspannungen, Rippenprellungen oder -brüche, Wirbelsäulenprobleme.
Psychische Faktoren: Angststörungen, Panikattacken.
Gürtelrose (Herpes Zoster): Kann vor dem Auftreten des typischen Hautausschlags zu starken Nervenschmerzen im Brustbereich führen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Brustschmerzen sollten immer ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn:
Der Schmerz plötzlich auftritt und stark ist.
Der Schmerz länger als 5 Minuten anhält.
Der Schmerz mit Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, kalten Schweiß oder Herzrasen einhergeht.
Es sich um einen Druck, Engegefühl oder Brennen in der Brust handelt.
Der Schmerz in den Arm, den Hals, den Kiefer, den Rücken oder den Oberbauch ausstrahlt.
Diagnostik:
Zur Abklärung von Brustschmerzen führt der Arzt in der Regel folgende Untersuchungen durch:
Anamnese (ärztliches Gespräch): Erhebung der Krankengeschichte und genaue Beschreibung der Beschwerden.
Körperliche Untersuchung: Abhören von Herz und Lunge, Blutdruckmessung.
Elektrokardiogramm (EKG): Aufzeichnung der Herzströme.
Blutuntersuchungen: Zur Bestimmung von Herzenzymen (z.B. Troponin) bei Verdacht auf Herzinfarkt.
Röntgenaufnahme des Brustkorbs: Zur Beurteilung von Lunge und Herz.
Echokardiographie (Herzultraschall): Zur Beurteilung der Herzstruktur und -funktion.
Koronarangiographie (Herzkatheteruntersuchung): Zur Darstellung der Herzkranzgefäße. (Side Arzt)
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